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verlagsheft2017

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Hölle ohne Himmel (Artikelnummer: ISBN 978-3-942401-30-2)

Zugriffe: 2219 | Wertung:

Nur nichts anmerken lassen. Das hatte Lutz Sehmisch früh gelernt. Tief im Innern brannte die Sehnsucht, nach eigenen Vorstellungen leben zu dürfen. Seine Eltern bestimmten über ihn bis in seine Zukunft hinein. Als er bei ihnen endlich auszog, glaubte er, seinen Käfig verlassen zu haben. Schon bald merkte er, er war nur in einem anderen gefangen.
Seine Träume versenkte er. Trotzdem wollte er sein Bestes geben, die Welt verändern. Hindernisse schienen auf ihn nur zu warten, um ihn zu stoppen. Bis er ausrastete und zum Brandstifter wurde. Nun bestimmte die Stasi über ihn. Im Knast und später im Ehebett. Davon befreit, schleppt er bis heute schwer an seinem Leben.

Textauszug:

Unsichtbare Mauern

Eine Zelle mit mehreren Gefangenen. Sie sind sich ausgeliefert. Es gibt keine Intimsphäre, keinen Schutz. Gewalt ist unter den Gefangenen an der Tagesordnung. Die anderen sitzen wegen Raub, Totschlag, Mord. Ich bin der einzige Politische unter ihnen. Dabei haben die anderen keine Ahnung, was die Stasihaft aus einem Menschen machen kann. Das ändert aber nichts daran, dass ich von den „gewöhnlichen“ Verbrechern nicht akzeptiert werde. Ich habe mich damit abgefunden und hoffe auf meine baldige Abschiebung in den Westen.

Eines Tages ist es so weit. Ich werde nach Bautzen verlegt. Von dort geht es als Sammeltransport in einem Reisebus weiter. Die Fahrt dauert lange. Alle sind angespannt. Dennoch freut sich jeder, dass es endlich in den Westen geht. Am Grenzübergang knallt es plötzlich. Tumult bricht aus. Ich weiß nicht, was geschieht und habe Angst. … Schweißgebadet schrecke ich auf meiner Pritsche hoch. Das grelle Zellenlicht blendet mich. Ich bin verstört und begreife langsam. Es war nur ein Traum.

Der Aufseher schreit mich an, dass ich nur auf dem Rücken zu schlafen habe. Ich muss mich wohl im Traum rumgedreht haben. Dann geht das Licht wieder aus und das Schloss der Zellentür knallt zu, der Schlüssel rasselt. Es ist mitten in der Nacht. Dass diese nächtlichen Aktionen auch nach der Untersuchungshaft stattfinden, macht mir Angst. Wollen die mich jetzt völlig fertigmachen? Meine Verurteilung ist schon einige Tage her. Doch geändert hat sich seitdem nichts. Meine Hoffnung scheint, wie im Traum eben, zu zerplatzen. Ich kann nicht wieder einschlafen. Bis zum Morgen liege ich wach auf der Pritsche. Ich werde immer unruhiger…

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