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verlagsheft2017

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was du nicht hörst (Artikelnummer: ISBN 978-3-942401-58-6)

Zugriffe: 3434 | Wertung:
Was du nicht hörst … höre ich. Stille hat eine eigene Sprache. Sie kann uns ausfüllen. Wir hören sie im Schweigen als innere Stimme. Die leisen Töne verbergen sich aber auch in alltäglichen Geräuschen. Unentdeckt bleiben sie in der Hast des Lebens. Wer die Augen schließt und innehält, erhöht die Chance, sie zu empfangen.
Das gilt besonders für Thurid Winklers Geschichten. Sie werden schlicht erzählt und atmen leise. Sie lassen fragen, schmunzeln, schwingen und schweigen. Für sie ist selbst der Alltag Musik. Ein Klanggarten öffnet sich uns.
Rolf Winkler erwartet uns dort mit seinen Fotografien. Sie sind Hingabe an Licht und Bewegung, Formen und Farben im Entstehen und Vergehen. Thurid und Rolf Winkler sind einander auf wunderbare Weise verbunden. Er sieht, was sie nicht sieht. Sie hört, was er nicht hört. Ihr Reichtum liegt im behutsamen Miteinander. Dazu laden sie ihre Leser ein.
Dorothea Iser


Textauszug:

Klanggarten
Ich höre was, was du nicht hörst


In meinem Garten gibt es nicht nur etwas zu sehen, ich höre auch eine wundersame Musik.
Schon im Morgengrauen Schritte im Garten.
Es ist der Gärtner, der immer etwas Werkzeug bei sich trägt, und nach dem Rechten sieht.
Es klopft und hämmert.
Vom Turm schlägt es 5 Uhr.
Eine Nachtigall singt, eine andere stimmt ein.
Rotkehlchen, Buchfink und Gartengrasmücken gesellen sich dazu.
Die Sonne geht auf.
Ein Specht klopft.
Es raschelt hier und dort.
Wind kommt auf.
Ein paar Tropfen fallen.
Der Gärtner flüchtet mit eiligen Schritten.
Donner grollt, Regen rauscht.
Sturm braust.
Ein Baum knarrt.
So schnell das Gewitter gekommen ist, zieht es auch wieder davon.
Das Wetter ist den Fröschen gerade recht. Sie quaken um die Wette.
Aber auch sie machen einmal Pause.
Und wenn es ganz still ist, kann ich sogar die Fische im Teich hören.

Gesicht 1

Die Welt rast an mir vorbei. Ich sitze im Zug, sehe nicht das Gedränge, höre nicht die laute Musik hinter mir und hänge meinen Gedanken nach.
Ein Lachen dringt an mein Ohr. So kann nur Jolla lachen, denke ich.
Jolla – ich fahre aus meinen Gedanken auf. Ist es tatsächlich Jolla?
Ihr Gesicht mit den Lachfalten sehe ich schon von weitem.
Ich wühle mich durch die stehenden und auf ihren Koffern sitzenden jungen Leute, bis ich sie erreicht habe.
Ein Aufschrei, dann liegen wir uns in den Armen. Wir lachen und lachen uns Falten ins Gesicht.
 
Gesicht 2

Wir haben uns aus den Augen verloren.
Ob sie eine falsche Nummer aufgeschrieben hat? Jedenfalls kam immer nur der gleiche Satz: Kein Anschluss unter dieser Nummer… 
Jahre sind vergangen. Eine Einladung zum Klassentreffen erinnert mich wieder an Jolla. Wird sie auch kommen? Ich suche den Weg zum Hotel. Es hat sich viel verändert in dieser Stadt. Da höre ich meinen Namen rufen. So hat nur Jolla meinen Namen ausgesprochen. Ich drehe mich hastig um und – erblicke eine Fremde. Kein Lachen, keine Falten. Aber nein, es ist Jolla. Sie hat meine Verblüffung bemerkt und stammelt: „Die Falten – ich habe sie wegspritzen lassen – hat ein Vermögen gekostet.“ Sie versucht zu lachen.
Es tut mir weh.
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