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verlagsheft2017

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Warten auf das Paradies (Artikelnummer: ISBN 978-3-942401-65-4)

Zugriffe: 2292 | Wertung:
Eine junge Lehrerin wird morgens auf dem Weg zu ihren Schülern aus ihrem Alltag gerissen. Sie verliert ihre Sprache.
Ihr Leben ändert sich von einem Augenblick auf den anderen.
Angstzustände, Arztbesuche, Medikamente, lange Klinikaufenthalte, Therapien schließen sich an. Ein zäher Kampf beginnt für sie, um zurückzukehren in ihren Alltag. Aussichtslos erscheint er ihr manchmal.
Wo liegt der Schlüssel für die Erkrankung?
Als kleines Kind durchlebte sie Fliegerangriffe, Nächte im Luftschutzkeller. Nie wieder durfte es so weit kommen. Dafür wollte sie alles ihr Mögliche tun.
Es folgten der Kalte Krieg, die Aufrüstung, die Kuba-Krise, der Krieg in Vietnam.
Sie suchte nach ihrem Paradies, währenddessen die Welt am Rand des Abgrunds stand. Traumatische Erlebnisse hinterließen Spuren in ihrer Seele. Ursachen waren nicht auf den ersten Blick sichtbar.
Der Krieg ist lange vorbei. Aber Menschen leiden bis heute an den Folgen.
Die Autorin trifft sie in Kliniken, Therapiegruppen und im alltäglichen Leben.

Textauszug:

Jahreswechsel Neben mir liegt eine Glückwunschkarte zum Jahreswechsel. Das letzte Wort darauf heißt „Frieden“. Sie, die dies schrieb, ist erst 30, hat nie einen Krieg erlebt.
Ich habe ihn noch erlebt, bin Jahrgang 42. Da kann man sich nicht mehr erinnern? Ich kann es.
Wir standen im Hof, neben dem Luftschutzkeller. Der Himmel war sternenklar. Da sah ich Tannenbäume vom Himmel fallen, Tannenbäume mit Kerzen, Weihnachtsbäume. Die Erwachsenen waren ganz still. Meine Mutter drückte mich an sich, ihre Hände zitterten. Warum? Es sah doch alles so schön aus.
Später erfuhr ich, dass amerikanische Flugzeuge in dieser Nacht Halberstadt zu drei Vierteln zerstört haben.
Auf der Glasvitrine stand ein Bild. Ein junger Mann in Uniform, welliges Haar und, wie Mutter sagte, blaue Augen. Und sie sagte noch: euer Vati. An allen Festtagen stellten wir diesen Mann zu den Geschenken. Wir beteten, er solle gesund bleiben und schnell aus dem Krieg nach Hause kommen. Ich habe es damals nicht besser gewusst: Durch Beten kann man keine Männer vom Krieg zurückholen.
Heult die Sirene jeden Mittwoch zur Probe, bekomme ich Gänsehaut. Ich atme erst wieder gleichmäßig, wenn sie verstummt ist. Aber ich kann mich doch eigentlich gar nicht daran erinnern? Als wir aus Magdeburg evakuiert wurden, war ich noch nicht ganz zwei Jahre alt. Ich war zwölf Wochen, da wurde ich zur Taufe getragen. Getauft wurde ich im Dom, Frontkind, besondere Auszeichnung. Die Taufe musste zwei Stunden verspätet vorgenommen werden, Sirenengeheul, Fliegeralarm.
War das der Anfang der Angst? Vielleicht begann sie noch früher, als Mutter mit mir im Bauch zum Luftschutzkeller flüchtete.
Ja, ihr letztes Wort zum Neujahrswunsch ist „Frieden“. Sie kennt den Krieg nur aus Büchern, Filmen, Erzählungen der Älteren.
Für mich ist ihr letztes Wort stets das erste im neuen Jahr.
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