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verlagsheft2017

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Kater Kasimirs Abenteuer (Artikelnummer: ISBN 978-3-946219-11-8)

Zugriffe: 1004 | Wertung:
Kater Kasimir lebt auf Oma Elses Bauernhof zusammen mit vielen anderen Tieren. Er ist ein richtiger Stinkstiefel. Grob und rücksichtslos, keiner will mit ihm spielen. Dabei ist er doch oft traurig und fühlt sich einsam, nur keiner weiß das. Er wünscht sich so sehr einen Freund. Eines Tages gerät Kasimir in große Gefahr. Die Waldeule Edmea rettet ihn und Kasimir will sich ändern. Er möchte endlich ein liebenswerter Kerl werden. Ob er so das Herz der Katzendame Kassandra gewinnt?

Textauszug:

Verschollen

Ein Tag nach dem anderen verstrich und die Tiere des Hofes gingen Kasimir aus dem Weg. Sie hatten lange damit zu tun, ihre Wunden nach dem Fußballspiel zu pflegen. Mit Kasimir würden sie garantiert nie, nie wieder nach dem Ball rennen. Spaß konnte man mit dem sowieso keinen haben. Nur Murmel und Monika sowie Hahn Hajo blieben bei Kasimir. Sie versuchten, ihn aufzumuntern, aber der Kater wollte nichts und niemanden hören oder sehen. Noch nie hatte ihn wirklich jemand lieb gehabt. Auch Oma Else war nach dem Vorfall mit den Pfannkuchen ihm gegenüber komisch. Naja, aber Mäuse passten genauso wenig als Freunde zu einem Kater wie ein zerzauster Hahn.
In seiner Traurigkeit versunken merkte Kasimir gar nicht, wie der Herbst zur Neige ging und es Winter wurde. Kasimir hatte bereits Winterfell bekommen. „Du siehst aus, als hättest du mindestens zweihundert Pfannkuchen gefuttert“, neckte Monika ihn. „Mach dich vom Acker!“, wetterte der Kater. „Ich habe jetzt ein dickes Fell. Du wirst beim ersten Frost wahrscheinlich zittern wie Espenlaub. Unter meine rote Decke lasse ich dich dann aber nicht!“

„Ach Kasi, verstehst du denn überhaupt keinen Spaß mehr?“, erwiderte Monika.
„Weißt du was? Ich kann euch alle heute einfach nicht ertragen! Macht’s gut, ich muss erstmal raus an die frische Luft!“ Der Kater verschwand durch die Tür und verließ den Hof.
Es war zwar kühl, aber Kasimir hatte ja schließlich ein Winterfell. Außerdem würde er rennen, hüpfen und klettern. Zuerst lief er an den See, der sich direkt hinter den Wiesen am Waldrand befand. Niemand schwamm im kalten Wasser, auch kein Fisch war zu sehen. Kasimir betrachtete sein Spiegelbild. „Wunderschön!“, seufzte er. „Ich sehe aus, als hätte ich zweihundert Pfannkuchen verdrückt? Von wegen! Ich werde die Mäuse doch auffressen.
Genau! Und zwar gleich, wenn ich wieder zurück bin. Aber erst einmal streune ich ein bisschen am Waldrand entlang.“ Kasimir drehte sich noch einmal hin und her und war entzückt von seinem Spiegelbild.
Erste Schneeflocken schwebten vom Himmel. Es waren große, weiche Flocken, die, jede für sich, einem Wattebausch glichen. Ab und zu landete eine davon auf Kasimirs Näschen.
„Oh, es schneit!“, freute er sich. Er versuchte, die Flocken, die immer größer wurden, mit den Pfötchen oder seiner rauen Zunge zu fangen. Dabei lief er immer tiefer in den Wald hinein. Immer weiter und weiter entfernte er sich von zu Hause. „Hier sieht ja ein Baum wie der andere aus“, staunte der er, hüpfte, tanzte, fing Schneeflocken und plötzlich krachte er mit dem Kopf gegen eine dicke Eiche. „Au!“, konnte Kasimir gerade noch schreien, da fiel er auch schon um.

Murmel begann, sich um Kasimir Sorgen zu machen. „Es wird bereits dunkel und weit und
breit ist nichts von dem Stinkstiefel zu sehen“, bemerkte er. Die Mäuse hatten den Tag ohne Kasimir genossen. „Endlich meckert und schimpft mal keiner herum. Und wie viel Platz wir auf der roten Decke haben!“, freute sich Monika. Aber Murmel ließ nicht locker. Schließlich schneite es schon seit Stunden und überall lag eine dicke Schneedecke. Hahn Hajo nahm all seinen Mut zusammen und kletterte auf die hohe, alte Kastanie, um nach Kasimir Ausschau zu halten. Fast stürzte er hinunter, weil sein rechter Flügel ebenso wenig zu gebrauchen war wie sein kaputtes Bein. „Ich kann den Kater nirgends erspähen!“, rief Hajo von oben herab. Langsam und beschwerlich war der Abstieg, aber er schaffte es, ohne sich zu verletzen. Ratlos sahen sich Hahn und Mäuserich an. Monika hingegen aalte sich auch weiterhin auf der kuscheligen Decke. „Von mir aus kann Kasimir noch ein bisschen bleiben, wo der Pfeffer wächst. Dieser blöde, fette Angeber geht mir gehörig auf die Nerven. Entweder er will uns fressen oder er spielt die beleidigte Leberwurst.“
So kannte Murmel seine Monika nicht.

Kater Kasimir erwachte aus seiner Bewusstlosigkeit. Ihm war kalt. Außerdem hatte er
Hunger. „Wo bin ich?“, fragte er. Niemand gab ihm eine Antwort. Der Kater rappelte sich auf. Sein Kopf schmerzte fürchterlich. Er befühlte ihn und ertastete eine große Beule. Kasimir dachte angestrengt nach. „Wie bin ich in den Wald gekommen?“ „Oh, es ist ja bereits dunkel! Ich muss dringend nach Hause!“ Aber wo war sein Zuhause? Der Kater konnte sich absolut nicht mehr erinnern. Hilflos sah er sich nach allen Seiten um.
„Ist es nun soweit? Muss ich jetzt sterben? Verdursten? Verhungern?“ Kasimir begann zu
weinen. „Wie gern würde ich jetzt die rote Decke und auch mein Futter mit Hajo und den Mäusen teilen“, schluchzte er. Der Kater lief orientierungslos im Wald umher. „Wenn ich mich jetzt hinlege, dann werde ich erfrieren“, dachte Kasimir. „Ich laufe so lange, bis ich umfalle. Vielleicht finde ich zufällig den richtigen Weg.“
Der Mond beobachtete den Kater und spendete ihm helles Licht. Aber da war noch jemand,
der aufmerksam Kasimirs Schritten mit wachem Blick folgte.
Murmel und Hajo machten in dieser Nacht kein Auge zu. „Wer hätte einmal gedacht, dass
wir Kasimir so sehr vermissen würden?“, sagte Murmel. Hajo nickte. Monika hingegen
streckte und reckte sich genüsslich auf der roten Decke. An Kasimir verschwendete sie
gerade überhaupt keinen Gedanken.
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