Warenkorb  

0 Produkte - 0.00 EUR
Zum Warenkorb
   

Termine  

   

Katalog  

verlagsheft2017

Interessante Bücher
aus dem dorise-Verlag
zum downloaden,
ausdrucken
und ansehen
Download
   

Wie wär’s in einer anderen Welt? (Artikelnummer: ISBN 978 3-946219-09-5)

Zugriffe: 1334 | Wertung:
Eine weitere Auswahl von Texten, die in Folge des alljährlichen Schreibaufrufs des Friedrich-Bödecker-Kreises „Unzensiert und unfrisiert“, vor allem von Schülern aus Sachsen-Anhalt, aber auch aus anderen Bundesländern sowie aus Österreich und den USA, eingesandt wurden, liegt vor. „Wie wär’s in einer anderen Welt?“ ist die nunmehr 30. FBK-Anthologie mit Texten schreibender Schüler – seit mehr als einem Vierteljahrhundert legt der FBK kontinuierlich derartige Auswahlbände vor.

Textauszug:

Rama Alhaj Ahmad, 13 Jahre, Staßfurt

Syrien weint

„Mein geliebtes Syrien“, ich habe es in der Schule mit meinen Freunden gerufen und gesungen.
„Erheben Sie die Hände! Begrüßen Sie Ihr Land und Volk! Der Name ist für mich wertvoll.“ Und ich opfere mich dafür.
Syrien ist das Beste und von meinem ganzen Herzen liebe ich Syrien.
Ich habe immer, jeden Tag, jeden Moment, jede Minute und jede Sekunde in meinem Leben für Syrien gesungen.
Aber ich bin so weit fort. Syrien, sei nicht traurig!
Ich bin hier in Mitteleuropa, in Deutschland. Ich rufe hier, dass ich verschiedene Gefühle in derselben Zeit habe.
Ich fühle mich ängstlich und nicht ängstlich, dass ich Syrien noch einmal in derselben Situation sehe. Aber ich bin auch nicht ängstlich, weil ich vor allen diesen Gefahren fliehen konnte.
Ich fühle mich auch traurig und nicht traurig. Ich bin traurig, weil ich aus Syrien rausgegangen bin.
Ich möchte auch glauben, dass die Situation in Syrien wieder normal wird. Und wenn das passiert, werde ich sowieso nach Syrien zurückkommen. Ich werde wieder zurückkommen, obwohl die Probleme und Hindernisse so schwierig sind.
Nicht nur ich werde nach Syrien zurückkommen, sondern jeder Syrer. Wir werden immer den Namen rufen.

Robert Ahrendt, 7. Klasse, Wernigerode

Die Flüchtlingsbegegnung

Es war zur Weihnachtszeit, als wir Spielfahrzeuge nach Wendefurth in das Flüchtlingsheim brachten. Mit gemischten Gefühlen fuhr ich mit meinem Vater dorthin. Natürlich hatte ich vor dieser Begegnung auch Angst. Ich kannte die Flüchtlinge ja nicht.
So gegen neun Uhr kamen wir dort an. Als ich die Unterkunft der Migranten sah, war ich erschrocken, unter welchen einfachen Lebensbedingungen diese Menschen hier leben. Mir geht es da viel besser. Ich habe ein schönes Zimmer und meine Wünsche werden oft erfüllt.
Wir warteten auf die Betreuerin. Als sie uns die Tür aufschloss und das Spielzeug sah, freute sie sich sehr. Die nette Dame erzählte uns, wie die Flüchtlinge dort leben. So schlafen diese Menschen nachts bei Licht, da sie seit dem Krieg Angst vor der Dunkelheit haben. In ihrem Land war die Nacht die größte Gefahr, denn dann kam es zu Angriffen und Überfällen.
Diese Erzählungen weckten großes Mitleid in mir.
Das Spielzeug brachten wir in einen kleinen Raum, denn dieses sollte Weihnachtsgeschenke werden. Ich dachte mir, die Betreuer mussten Nerven wie Drahtseile haben und fragte deshalb die Dame: „Ist Ihr ehrenamtlicher Job sehr anstrengend?“ Sie antwortete mir daraufhin gleich: „Es wechselt sich von Tag zu Tag ab. Mal spielen wir draußen Fußball, bringen den Kindern spielend die deutsche Sprache bei oder fangen an Buchstaben zu schreiben. Dies freut die Menschen hier sehr. An nicht so guten Tagen muss man ihnen oft die Regeln hier im Haus erklären. Wir sind sozusagen die Lehrer für Jung und Alt.“ Ich bedankte mich und konnte nun endlich verstehen, dass die Migranten lernen, keinen Ärger verursachen und wieder ihr eigenes Leben führen wollen. Als wir wieder nach draußen kamen, traute ich mich einen Migranten zu befragen. Er erzählte mir von einer anstrengenden Flucht und wie froh er sei, endlich im neuen Zuhause angekommen zu sein. Ich fand ihn wirklich sympathisch und musste mir vorstellen, wie es wäre, wenn wir so weit flüchten müssten und froh wären, in ein anderes Land zu kommen, wo kein Krieg ist. Das erste Mal konnte ich diese Menschen verstehen und meine Ängste waren verschwunden. Auf dem Rückweg nach Hause dachte ich mir, muss man diese Menschen erst besuchen, um keine Vorurteile zu haben? Meine Antwort darauf war: „Ja, es muss so sein, denn bei mir hatte es geholfen.“ Nach den Ferien erzählte ich alles meinen Freunden. Man konnte es kaum glauben, aber ihre Vorurteile waren nach meinen Berichten verschwunden.
Preis: 12.90 EUR
inkl. 7 % MwSt. zzgl. Versandkosten
Lieferzeit: 3-5 Tage
Anzahl:
Kommentare
Copyright www.maxx-marketing.net
   
© dorise-Verlag