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verlagsheft2017

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Ich sehe was, was Du nicht siehst (Artikelnummer: ISBN 978-3-942401-61-6)

Zugriffe: 2280 | Wertung:
Texte von Schülern entstanden im Schulschreiberprojekt des Friedrich-Bödecker-Kreises in Sachsen-Anhalt e.V. und der Grundschule Hohenberg-Krusemark 
 
Wer schreibt, der bleibt, heißt es, und in diesem Sinne ist auch dieses Büchlein etwas Bleibendes. Gedanken und Geschichten, gewachsen in den Köpfen von neun Kindern, wurden während unseres Schulschreiber-Projekts auf Papier festgehalten.
Dabei ging es unter dem Motto „Ich sehe was, was du nicht siehst“ um all das, was die Mädchen und Jungen mit wachen Sinnen um sich herum wahrnehmen - in der Familie und der Schule, bei ihren Freunden und Tieren. Auch ihrer Fantasie ließen sie mit Begeisterung freien Lauf.
Die Freude über unsere Schreibwerkstatt, die schon das Gedicht zum Ausdruck brachte, mit dem sie mich zur Eröffnungsveranstaltung willkommen hießen, spürte ich auch in den folgenden Monaten bei jedem Treffen. Wir haben zusammen geschrieben, vorgelesen, gereimt und oft gelacht. Viel zu schnell gingen die Werkstatt-Stunden vorüber - aber zum Glück nicht spurlos, denn aus den besten Texten ist dieses schöne Büchlein entstanden. Das bleibt, und wir können es jeder Zeit zur Hand nehmen.
Wenn die jungen Autorinnen und Autoren in späteren Jahren darin blättern, werden sie sich erinnern - an ihre kleine Grundschule, die es dann vielleicht nicht mehr gibt, und an ein besonderes Projekt, bei dem sie ihre Kreativität entdecken konnten und dabei etwas Wertvolles fanden, das sie vorher in sich vielleicht nicht einmal geahnt hatten. Diese gemeinsame Erfahrung hat uns alle ein Stück reicher gemacht.
Diana Kokot


Textauszug:

Ein Tag als Mädchen

Karl-Friedrich Fricke 9 Jahre

Es ist 6 Uhr. Der Wecker klingelt mich aus dem Bett. Doch an diesem Morgen fühle ich mich überhaupt nicht gut, denn ich habe schlecht geschlafen, weil ich in meinem letzten Traum ein Mädchen gewesen bin. 
Alles fing damit an, dass ich meine langen Haare, mit denen ich mir auch den Po hätte abputzen können, zu megalangen Zöpfen flechten musste. Danach zog ich einen sehr hässlichen Minirock an, den mir ausgerechnet meine Mutter gegeben hatte, weil sie mich anscheinend auch für ein Mädchen hielt. Na bravo!!!
Das war noch nicht das Ende, denn zu allem Überfluss musste ich jetzt auch noch meinen super coolen Jungen-Ranzen mit dem Bild von einem Skateboard drauf gegen einen Mädchen-Ranzen mit einem Einhorn drauf tauschen. Ein doppeltes Bravo!!!
An diesem Morgen ging ich viel langsamer als sonst zur Schule und machte ganz vorsichtig die Tür zu meinem Klassenzimmer auf. Alle fingen sofort an zu lachen, denn heute stand ja nicht Karl in der Tür, sondern Karla. Ein dreifaches Bravo!!!
Nach der Schule ging ich auf meinem geheimen Weg zurück nach Hause, weil mich möglichst keiner sehen sollte. Ich fühlte mich komisch und legte mich deshalb zu Hause auch gleich ins Bett und hoffte, dass der Spuk am nächsten Morgen vorbei sein würde.

Ein Tag als Junge

Irmrun Fontes

Der Wecker klingelte, ich wollte gar nicht erst aufstehen, denn es war Montag. Ich war noch an das Wochenende gewöhnt.
Auf dem Stuhl neben mir lagen meine Klamotten - eine Jeans und ein kariertes T-Shirt. Ich zog sie an und ging zur Schule. Mathe war diesmal besonders schlimm. 
Erst in der Mittagspause fiel mir auf, dass ich ein Junge war. Alle lachten mich aus, weil ich dachte, ein Mädchen zu sein. Sie hänselten mich und ich war noch verdatterter.
In der nächsten Stunde hatten wir Sport und spielten Fußball. Ich schoss ein Tor, Jan vier. Ich verabredete mich mit Jan um 15 Uhr auf dem Spielplatz.
In der letzten Stunde durften wir am Computer spielen. Eigentlich hasse ich Traktoren, aber diesmal hatte ich doch Spaß an diesem Spiel.
Im Bus schubste Franz mich und ich fiel auf Emily. Die Mädchen kicherten. Ich spürte, wie ich rot anlief.
Der Nachmittag war sehr heiß, also sagte ich zu Jan: „Ich gehe schwimmen, kommst du mit?“ Er antwortete: „Ja, gerne.“ Im Schwimmbad wollte ich vor den Mädchen angeben und sprang vom 3-Meter-Brett. Doch kurz bevor ich ins Wasser eintauchte, rutschte mir die Badehose vom Körper. Das Wasser war kalt…
Ich schreckte hoch. Puh - nur ein Traum. Zum Glück! Man weiß ja nie, ob man eines Tages doch ein Junge wird. Aber ich bin ich und ich kann mich ja noch verändern.
Ansonsten fand ich es aber auch mal ganz schön, in einem anderen Körper zu stecken, sich anders anziehen, andere Freunde zu haben, andere Hobbys und andere Eltern, andere Gedanken und Gefühle, andere Noten - eben alles anders.
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