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verlagsheft2017

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ein besonderes Buch, eine besondere Premiere

Annegret Winkel

Ein gestandener, Thüringer Autor veröffentlicht im dorise-Verlag, Erfurt, sein Buch. Ein Adelstitel für den Verlag, ein Glücksfall für den Schriftsteller, wird  doch gerade dort sein Anliegen verstanden. Literatur zu schaffen, die Geschichten der „kleinen Leute“ erzählt.
Peter Drescher, geboren im sudentendeutschen Brix, im südbrandenburgischen Brieske aufgewachsen, erleidet als Jugendlicher eine Gehirntumor-Operation mit langer Rehabilitationsphase. Doch er gibt sich nicht auf, kämpft um sich, seine Gesundheit, seine Bildung. Aus ihm wird ein jahrelanger Leiter einer Kunst- und Buchhandlung. Er schreibt 14 Bücher. Zuerst veröffentlicht er eins in der Evangelischen Verlagsanstalt Berlin (BEV).
Der in Tiefenort lebende Autor, Mitglied im VS Thüringen, hat mich mit seinen Erzählungen unter dem Titel „Leuchtturm“ sofort gefesselt. In bewegenden, traurigen und heiteren Episoden kommt nicht nur sein spitzbübischer Humor, wie in der Geschichte „Letzter Versuch. Fruchtig.“ zu Tage, sondern er berichtet auch von seinen ersten Schreibversuchen, bei denen er Brigitte Reimann begegnet.
Dieses Büchlein hatte Premiere zum 10. Mai, dem Tag der Bücherverbrennung durch die Nazis, in Burg. Und, dem Thema des Abends entsprechend, nämlich der Vernichtung von DDR-Literatur nach 1989, las Herr Drescher die Geschichte „Leuchtturm“, die mit dem Meer nichts zu tun hat, jedenfalls nur so viel wie es nach dem Umbruch arbeitslose Menschen „wie Sand am Meer“ gab und gibt. Es ging vielmehr darum, wie wehre ich mich gegen Vernichtung von Arbeit, von Menschsein. Die Geschichten finde ich in sich spannend, nicht aufdringlich. Der Leser kann sich seine eigene Meinung bilden. Sie sind gekonnt auf den Punkt gebracht, nicht über den Schluss hinaus geschrieben und immer mit dem glücklichen Händchen für einen interessanten Stoff. Wie sehr Peter Drescher durch die Kohle geprägt wurde, wird nicht nur durch das Aufgreifen des Wortes „Kumpeltod“, dieser Trinkbranntwein, den Bergleute gegen Abgabe einer Wertmarke im Konsum billig erwerben konnten, deutlich, sondern auch durch die Solidarität mit den Bergarbeitern in seinen Texten.
Natürlich habe ich mir meine Gedanken gemacht über die Region, über die Herr Drescher schreibt. Wie groß waren die Einschnitte nach der sogenannten Wende für die Menschen.
Deshalb war diese Lesung an diesem Abend eine sinnvolle, für sich stehende Bereicherung.
Peter Drescher erhielt den Albert-Schweitzer-Preis, den Ellwanger Literaturpreis und 2010 ein Förderstipendium des Thüringer Kultusministeriums.

 

Das Buch erschien unter ISBN 978-3-942401-67-8

   
© dorise-Verlag