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verlagsheft2017

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Gedanken zur Zwangsbremsung von Inge Nedwed

Auf dem Buch rauscht ein ICE in das Bild. So imposant die Technik scheint, Inge Nedwed beschreibt den agierenden Teil hinter der Bahn, Menschen im Alltag der Arbeit und des Lebens.  Einen Nenner eint die Protagonisten der Geschichten, sie leben im Taktschlag der Uhr. Um sie herum werden Weichen des Lebens gestellt. So handelt das Buch nur nebenbei von dem wichtigsten Transportmittel unseres Landes und hauptsächlich um Lebensumstände, die nicht vorhersehbar waren.

Das Buch beginnt langsam mit der Geschichte einer Frau, die sich von einer Zugführerin bis zur Ingenieurin hoch arbeitet, von der Freundschaft zur alkoholkranken Gertrud und von einer Ehe, die in den Jahren erkaltet  und zwangsgebremst scheint.

Die Episoden steigern sich und ich spürte, dass die Autorin sich warm schrieb, sie trifft mit der „Kleinen Schwester“ den mitfühlenden Nerv der Leser. Sven übernimmt die Betreuung für seine an Schizophrenie erkrankte Schwester und der Leser erfährt die Hintergründe des Krankheitsausbruchs sowie Svens Spagat zwischen seinen Aufgaben.

In „Leiche am Gleis“ bangen wir um Jürgen, dessen Frau dem Brustkrebs zum Opfer fiel, doch dies war nicht der letzte Schicksalsschlag.

„Der kleine König“ als Ergebnis einer Wette verändert Karolas Leben, aber Eltern wird man zu zweit und so stellt sich Martin seiner Verantwortung.

Die letzte Station des Buches heißt „Freundin“. Sie schildert die Freundschaft zwischen Astrid und Monika. Monika durchlebte eine schwere Kindheit ohne Mutter, sie verliebte sich und heiratete einen Mann, der sie kontrollierte und schlug. Nach der Scheidung fädelte Astrid ein Kennenlernen mit Norbert ein. Aus Freundschaft wurde nach langer Zeit Liebe bis ein Zugunglück die Lebensbahn Monikas aus dem Gleisbett warf. Astrid zog sich zurück und Monika nahm nicht mehr am Leben teil.  Jahre später begegnen sich die Freundinnen, tauschen Erinnerungen aus und entdecken ihre neuen Facetten.

Die Erzählungen der Autorin zeigen deutlich, dass das Leben der Bahnbeschäftigten nicht nach Fahrplan läuft, dass sie keine Maschinen sind und dass trotzdem viele Fäden im Hintergrund gezogen werden, um den Reisenden ein Gefühl von Perfektion zu vermitteln. Das Buch ist liebens- und lesenswert, vor allem während langer Bahnfahrten mit ihren kleinen Verspätungen. Es hilft, die Bahn aus einer anderen Perspektive zu verstehen, einer menschlichen.
Simona M.


Das Buch erschien unter ISBN 3-937973-25-7

   
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