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verlagsheft2019

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Aufenthalt mit Risiko (Artikelnummer: ISBN 978-3-946219-36-1)

Zugriffe: 708 | Wertung:
Lehrer, Schriftsteller, Familienvater. Helmut Bürger weiß viel zu erzählen. Einfühlsam und authentisch sind seine Texte. Er berichtet von der Arbeit mit seinen Schülern, von der Auseinandersetzung mit Kollegen und von Erlebnissen in der Familie. Seine Lebenserfahrung ist reich. Als Kind erlebt er die Nazi-Zeit, als Jugendlicher den Aufbau der DDR und als Erwachsener den Untergang. Er schaut zurück und gleichzeitig in die Zukunft. Er will nicht belehren, obwohl dies Lehrer gerne tun, seine Worte sind Hoffnung und Mahnung zugleich.

Textauszug:

Ein deutsches Schicksal

Später habe ich zuweilen darüber nachgedacht, ob der Umgang mit Schmerz vom Geschlecht abhängig sei. Ich war der Meinung, dass Männer den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen durch Beherrschung kompensieren. Die Natur der Frau jedoch bestehe darin, den Übergang von schreiender Verzweiflung zu stillem Gram abzumindern.
Ich sollte mich irren.
Der Werkmeister Otto Thiele und seine Frau Ella hatten zwei Söhne: Otto und Arno.
Während Otto, der Ältere, die Beamtenlaufbahn einschlug, probierte Arno verschiedene Tätigkeiten aus, die später einmal Grundlage für einen Beruf hätten sein können. Er war ein hervorragender Sportler, mit Fähigkeiten ausgestattet, die ihn zum Trainer geradezu prädestinierten. Er errang im Steno-Wettbewerb vordere Plätze. Er erlernte das Klavierspielen; überliefert ist, dass er besonders gern Passagen aus Suppes „Dichter und Bauer“ zum Besten gab, einer heute fast vergessenen Operette.
Schließlich wurde er Bäcker. Am 1. September 1939, einem ereignisträchtigen Datum deutscher Geschichte, wollte er die Bäckerei, in der er auch seine Lehr- und Gesellenzeit abgeleistet hatte, übernehmen.
Dazu kam es nicht. Noch während seiner Dienstzeit in Leipzig war er zum Unteroffizier befördert worden. Kurz darauf brach der Krieg aus, ein Weltkrieg, der zweite schon, und Arno musste an die Front. Über den Verlauf der Kämpfe konnte man sich, logisches Urteilsvermögen vorausgesetzt, aus der Zeitung informieren: Die Zahl der Kriegstoten überstieg die Bekanntgabe von Eheschließungen zunehmend. Am 25. Mai 1940 wurde Arno in Belgien Opfer einer feindlichen Kugel.
Fortan ging der Werkmeister Otto Thiele nicht mehr auf die Straße, als wollte er seine Trauer verbergen.
Eines Tages erblickte er das Klavier. Er betrachtete es, als sähe er es zum ersten Male. Dann holte er ein Beil und zerschlug das Instrument.
Beim Lesen der Todesanzeige von Arno fällt mir auf, dass neben den Angehörigen auch aufgeführt ist: Brigitte als Tochter.
Einer fehlt: Helmut Bürger als Schwiegersohn.
Wir haben einander nicht kennen gelernt.
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